Dynamitfischerei – Ein Explosives Thema

bombWenn es eine Assoziation zum Mergui Archipel gibt, die einigermaßen verbreitet ist, dann handelt es sich wohl um Dynamitfischerei. In der Realität werden wir auf fast jeder Fahrt mit diesem Thema konfrontiert. Wir beobachten die Situation nun seit acht Jahren und wie überall in Burma sind auch hier veränderungen zum Guten zu berichten, sowie, und auch das trifft für das ganze Land zu, natürlich auch unangenehme Überbleibsel aus der Vergangenheit – hier einige Fakten:

Es wird nicht mit Dynamit gefischt – Dynamit ist für Burmesen quasi unerschwinglich. Die Bomben werden auf einfachste Weise aus Tonkrügen gebastelt, die mit billigen Chemikalien befüllt und mit Wachs verschlossen werden (wie im Bild zu sehen).
Die Chemikalien reagieren mit Salzwasser was meistens zu einer Explosion führt. Die Bomben werden selten im Archipel selbst hergestellt sondern von aussen in die Gegend geschmuggelt. Die Schmuggler sind auch als Hauptabnehmer des Fangs in Verdacht.

Fischen mit Explosivstoffen ist in der Union von Myanmar bei empfindlichen Strafen verboten, Drahtziehern droht die Todesstrafe. Offizielle Stellen berichteten uns im September 2011 (und all unsere Beobachtungen bestätigen dies) von einer konzertierten Polizei- und Marineaktion gegen ein oder mehrere Kartelle, die sich in diesem Geschäft tummelten. In der nun ausgehenden Saison 2011/12 können wir einen starken Rückgang der Explosionen bestätigen.
Dass Offizielle Stellen in Burma ein hohes Interesse an der Bekämpfung der Dynamitfischerei haben wird uns seit Jahren versichert, wir sind überrascht dass den Ankündigungen nun Taten folgten und wir erfuhren aus zuverlässigen Quellen, dass in diesen Fällen Todesurteile verhängt und vollstreckt wurden. Dies ist das erste mal seit acht Jahren, dass so etwas geschah.

Natürlich hatte dies auch den Charakter einer Abschreckungsmaßnahme und wir befürchten nun nach einer Phase der Ruhe ein erneutes Aufflammen dieser destruktiven und kriminellen Fischereimethode.

Wir müssen die Aktionen der Regionalverwaltung aber auch in Zusammenhang mit dem Rückgang an Tauchtourismus in der vorherigen Saison (2010/11) stellen und Vertreter der lokalen Tourismusbehörde bestätigen uns gegenüber ihre Befürchtungen, dass weniger Tauchboote in der Gegend eine Einladung an kriminelle Elemente sei – ergo mehr Tauchboote im Archipel würden den Dynamitfischern das Leben schwer machen. Obwohl die Region Rückständig ist, sind die Menschen dort wohl alles andere als dumm und wissen genau dass Tauchboote Kameras mit Teleobjektiven, Funk und Mobiltelefone sowie Vertreter der Tourismusbehörden mit sich führen und daher werden ihre Routen, soweit bekannt, von den Kriminellen gemieden.

Das Thema bleibt explosiv und wir werden weiter Berichten, aber die Dinge sind, wie in ganz Burma, in Bewegung – im Zweifel in Richtung Besserung.